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Denk an die Ente!

  1. Stunde Null
  2. Aus dem Nähkästchen geplaudert
  3. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen
  4. Herr G.Punkt
  5. Wer war eigentlich Herr G.Punkt?
  6. Du wirst dir ins eigene Fleisch schneiden!
  7. An den Taten sollt ihr sie erkennen!
  8. An den Taten … die Zweite
  9. Gesunder Menschenverstand?
  10. Denk an die Ente!
  11. Und die Kinder?
  12. Es wird der Tag kommen…
  13. Er ist eingezogen!
  14. Verdrängung
  15. Er hatte doch nichts…
  16. Scheiß drauf!
  17. Augen auf, beim Männerk… aussuchen!
  18. Wie konnte ich dich lieben?
  19. Dieser Moment…
  20. Deep Talk
  21. Verdeckte Narzissten
  22. Randnotiz
  23. Du brauchst es nicht leugnen!

Allerdings besaß Herr G-Punkt ein unglaubliches Repertoire an Geschichten und an Witzen und konnte mich zum Lachen bringen. Andererseits dachte ich mir, dass selbst ein großes Repertoire begrenzt sein muss, was wird dann als Nächstes kommen? Weil ich aber eine Leidenschaft für schöne Worte hab, hatte er mich und wir begannen zu telefonieren.

Er erzählte mir sehr viel aus seinem Leben, wie es dazu kam, dass er mit 60 Jahren immer noch auf der Bettritze seiner Eltern übernachten musste, der arme Mann ist betrogen worden und als Bauernopfer des fiesen Aufsichtsrates über den Tisch gezogen worden. Obwohl er als freigestellter Betriebsrat mit dem Aufsichtsrat unterwegs war, wurde er gezwungen, am Ende einen Aufhebungsvertrag zu unterschreiben.

Von seinem lieben Vater erzählte er auch eine wundervolle Geschichte, sehr rührend auch, um zu illustrieren, wie grausam sein Vater zu ihm war. Als Junge, so etwa mit 8 Jahren (wie ich jetzt weiß ein Alter, auf dem er irgendwie stecken geblieben ist) hatte er ein wunderschönes, windschiefes Vogelhäuschen gebaut. Als er das freudestrahlend seinem Vater zeigte, hat der, so gemein wie er war, einfach gesagt, dass es schief sei und hat ihn dann weinend stehen lassen.

Geweint hat der Herr G-Punkt sowieso sehr viel. Früher dachte ich, ach der arme weinende Mensch, so traurig das alles. Obacht: Nicht in jedem Fall ist das Weinen ein Ausdruck des emotionalen Zustandes eines Menschen. Manchmal ist es auch das Mittel der Wahl zur emotionalen Erpressung.

Welcher normale Mensch kann schon kalt dabei bleiben, wenn der andere weint? Der muss ja ein Herz aus Stein haben. Nun ja: Bei einem Kind ist es etwas anderes, oder bei einem Tierchen, dass mit stummen Schreien leidet, aber ein erwachsener Mann von beinahe 60 Jahren sollte nicht rumheulen, das ist einfach nur ein Ausdruck der Schwäche.

Wichtig ist es, das Maß im Auge zu behalten: Jeder ist auch mal traurig, wütend oder frustriert. Aber wenn bei jedem kleinen Pieps die Augen gerieben werden, weil schon wieder Tränen im Anmarsch sind, dann wird es inflationär.

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